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Mariana Flores (Discordia, Argenia), Raquel Andueza (Pallade, Elena), Hannah Morrison (Venere, Amore), Luciana Mancini (Enone), David Hansen (Paride), Fulvio Bettini (Giove, Priamo, Ermillo), Dominique Visse (Giunone, Ecuba, Lupino), Emiliano Gonzales Toro (Mercurio, Melindo, Ancroco, Ergauro), Fernando Guimarães (Apollo, Irseno, Draspo, Oronte)
L’Arpeggiata, Christina Pluhar (Musikalische Leitung und Theorbe), Christoph von Bernuth (Regie), Oliver Helf (Ausstattung)
Opera musicale in fünf Akten von Giovanni Andrea BONTEMPI (1624 - 1705)
Libretto vom Komponisten
Wer ist die Schönste auf dem Olymp – und auf Erden? Der trojanische Prinz Paris wird von Göttervater Jupiter ausgewählt, zu beurteilen, wem der goldene Apfel als „schönes Geschenk für die Allerschönste“ gebühre, den die gekränkte Göttin der Zwietracht unter die anderen Göttinnen geworfen hat. Dem ahnungslosen Paris, der eine Liebesbeziehung mit der Nymphe Enone hat, erscheinen plötzlich die Göttinnen Juno, Pallas und Venus. Alle versprechen ihm nur das Allerbeste, der trojanische Jüngling entscheidet sich schließlich für Venus, die ihm die Liebe zur schönsten aller Frauen auf Erden, Helena, der Königin von Sparta und Tochter von Jupiter, garantiert.
Der aus Perugia stammende Komponist, Kastrat, Musikschriftsteller, Historiker und Bühnenarchitekt Giovanni Andrea Bontempi wurde nach Lehrjahren bei Claudio Monteverdi in der Cappella di San Marco in Venedig von Heinrich Schütz in die Hofmusikkapelle nach Dresden geholt, wo der junge Künstler bald Musikgeschichte schreiben sollte. Denn 1662 komponierte er anlässlich eines sächsischen Hochzeitsfestes mit „Il Paride“ die erste italienische Oper, die auf deutschem Boden aufgeführt wurde. Bontempi versammelte dafür im Stil eines großen Welttheaters gleich die griechischen Gottheiten, die trojanische Königsfamilie, eine Schar von Höflingen sowie Schäfer, Diener, Handwerker und Geistliche auf der Opernbühne, um seine Form eines „Ludus de amore“ zu verwirklichen. Bei der Uraufführung im Riesensaal des Dresdner Schlosses sangen 13 ausschließlich männliche Sänger, unter ihnen der Komponist, die 28 verschiedenen Partien der Oper, in der repräsentative höfische Szenen mit Stegreifszenen im Stile der Commedia dell’arte abwechseln und in deren Musik ganz nach dem venezianischen Vorbild Monteverdis und Cestis in einer Mischung aus rezitativischem und ariosem Gesang ernste und heitere Seiten wechseln.
Die österreichische Lautenistin und „Maestra di cappella“ Christina Pluhar bringt Bontempis monumentales Werk mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata in eine für heutige Verhältnisse realistische Version, in der aber alle historischen Aspekte, so auch das Moment der Improvisation, gewahrt bleiben. Pluhar betont die vielfärbigen Charaktere der Sängerpartien: „Komisch, satirisch, verzweifelt, absurd und melancholisch.“ In ihrem hochkarätigen SängerInnen-Ensemble befindet sich mit dem Countertenor Dominique Visse ein guter Bekannter der Innsbrucker Festwochen, deren Operndirektor Christoph von Bernuth in diesem „Universum der Gefühle“, das Bontempis Werk für ihn darstellt, Regie führt.
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