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Jennifer Rivera (Stellidaura), Carlo Allemano (Orismondo), Enzo Capuano (Giampetro), Hagen Matzeit (Armillo) u. a.
Academia Montis Regalis, Alessandro De Marchi (Musikalische Leitung und Cembalo), François De Carpentries (Regie), Karine Van Hercke (Ausstattung)
Oper in drei Akten von Francesco PROVENZALE (1624 -1704)
Libretto von Andrea Perrucci
Er war der musikalische Regent Neapels zur Zeit des spanischen Vizekönigtums im 17. Jahrhundert: Francesco Provenzale, aufgestiegen vom Konservatoriumsdozenten und Kirchenkapellmeister bis zum Leiter der Real Cappella di Palazzo. Das Opernleben der Stadt brachte er nicht nur mit seinen eigenen Kompositionen in Schwung, sondern auch mit seinem selbstlosen Einsatz für Werke aus dem Opernmekka Venedig. Nur zwei von Provenzales Opern sind erhalten, sie reichen aber aus, um diesem Komponisten einen Sonderstatus in der Entwicklung der Gattung zuerkennen zu können: Der Neapolitaner führte in eigentlich ernste Sujets komische Figuren ein, die im Dialekt singen. Mit dieser Eigenart prägte Provenzale für lange Zeit den Theaterstil und die Blüte der Commedia dell’arte in der Stadt am Vesuv.
Eine der beiden überlieferten Provenzale-Opern hat der künstlerische Leiter der Innsbrucker Festwochen, Alessandro De Marchi, für 2012 ausgewählt: „La Stellidaura vendicante“, „Die Rache der Stellidaura“. Eine der komischen Dienerfiguren löst in der heißblütigen Liebesgeschichte, in der zwei Edelmänner um die schöne Stellidaura rivalisieren, allein dadurch die größten Verwicklungen aus, dass er im kalabresischen Dialekt singt. Keine der anderen Figuren, die alle italienisch singen, versteht den Diener wirklich, „und ich übrigens auch nicht“, schmunzelt der Römer De Marchi. Umgekehrt tut sich auch der Diener schwer, die Anweisungen in italienischer Sprache zu begreifen, wodurch zunächst ein Liebesgeständnis bei der falschen Person landet, aber zu guter Letzt der Titelheldin Stellidaura, die wegen eines Mordanschlags auf den Rivalen ihres Liebhabers zum Tode durch Gift verurteilt wurde, das Leben gerettet wird. Denn der Diener verwechselt links und rechts und damit das tödliche Gift mit einem harmlosen Schlafmittel. Das Happy end ist gesichert. Komik besiegt Tragik.
Alessandro De Marchi schwärmt von Provenzales musikalischer Wendigkeit, der zwischen ernsten Passagen und heiteren Phrasen wechselt. In den Arien entwickelt sich die Melodik vorherrschend einerseits auf Tanzbässen, andererseits im Charakter von Lamenti. Gleichzeitig mit der kalabresischen Sprache brachte Provenzale auch einen eingängigen volksmusikalischen Tonfall in die Oper ein.
In der Titelpartie wird das Innsbrucker Publikum der amerikanischen Mezzosopranistin Jennifer Rivera wieder begegnen, die hier 2010 in „L’Olimpiade“ begeisterte. Den Diener mit Dialekt, Giampetro, wird der von der Mailänder Scala bis zur Berliner Staatsoper gefeierte Bariton Enzo Capuano singen, dessen Heimat – erraten – Kalabrien ist.
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