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ANDREA CHENIER
Umberto Giordano
1. Bild. Saal im Schloß des Grafen von Coigny. Noch immer feiert der leichtlebige Adel auf dem Lande sorglos seine glänzenden Feste. Die Dienerschaft trifft die letzten Vorbereitungen zu einer Abendgesellschaft. Der Diener Charles Gérard, Sohn des alten Schloßgärtners, ist vom aufrührerischen Geist der Revolution bereits erfüllt und macht aus seinem Haß gegen die lebenslustigen Herrchen und ihre zierlichen Koketten kein Hehl. Nur der Tochter des Hauses, Madeleine, gilt seine stille Verehrung. Diese eilt mit ihrer Zofe Bersi davon, um sich fürs Fest zu schmücken. Schon nahen die Gäste. Ein Schäferspiel und ein Hirtenlied sollen sie unterhalten. Während der Soiree bittet die Gräfin von Coigny den anwesenden Dichter André Chénier, einige seiner Gedichte vorzutragen. Er weicht der Bitte aus, und erst der verletzende Spott Madeleines entlockt seiner Muse eine dichterische Vision. Chénier greift bei dieser Gelegenheit den Adel scharf an. Während alle Umstehenden helle Empörung zeigen, stimmt Madeleine seiner revolutionären Kritik an ihrem Stande zu. Die jetzt beginnende Gavotte wird durch Gérard unliebsam unterbrochen, der eine Gruppe hungriger Armer, mitten ins glänzende Balltreiben führt. Er wird zwar zurückgedrängt und sofort entlassen - aber die unbeschwerte Feststimmung ist verflogen.
2. Bild. Auf der Terrasse des Cafés bei der Brücke Peronnet in Paris sitzt André Chénier und betrachtet die von Denunzianten durchsetzte Volksmenge. Erst von den Revolutionären, gefeiert, hat er sich bereits durch seine Beziehungen zum Adel verdächtig gemacht. Sein Freund Roucher rät ihm daher zu eiliger Flucht. Aber Chénier weigert sich. Seit einiger Zeit hat er Briefe von einer Unbekannten erhalten, die in ihm eine unbesiegbare Liebe erwecken. Als die geheimnisvolle Geliebte schließlich verkleidet naht, erkennt er beglückt Madeleine. Der Incroyable belauscht diese Liebesszene und holt den inzwischen zum Sekretär der Republik aufgestiegenen Gérard herbei. Es kommt zum Duell. In dessen Verlauf unterliegt Gérard und bricht schwer verwundet zusammen.
3. Bild. Sitzungssaal des Revolutionstribunals. Der wiederhergestellte Gérard hat Chénier festnehmen und vor Gericht stellen lassen. Um ihn zu retten, naht Madeleine. Bei ihrem Anblick bricht in Gérard die lang unterdrückte Leidenschaft elementar aus. Er begehrt Madeleine als Preis für Chéniers Rettung, und sie ist aus Liebe zu Chénier dazu bereit. Doch die ergreifende Schilderung ihres Schicksals in den Wirren der Revolution und ihr Opfermut führen zu einer tiefen Wandlung von Gérards Gesinnung. Obwohl sich Chénier glänzend verteidigt und Gérard nunmehr für ihn eintritt, wird der Dichter nach dem Wunsch der aufgereizten Volksmenge zum Tode verurteilt.
4. Bild. Im nachtdunklen Hof des Gefängnisses von St. Lazare liest Chénier dem Freunde Roucher seine letzten Verse vor. Auch Madeleine möchte dem Geliebten nahe sein: sie besticht den Gefängniswärter, der sie an Stelle der zur Guillotine verurteilten Legray mit Chénier den Todeskarren besteigen läßt. Beseligt halten sich die beiden Liebenden umfangen. Gérard eilt davon, um bei Robespierre eine Begnadigung zu erlangen. Zu spät! Mit ihrem Schicksal versöhnt, gehen Chénier und Madeleine im Tode vereint, den Weg zum Schafott.
WICHTIG: Bei Terminen mit Beginnzeit um 00:00 ist die tatsächliche Beginnzeit vom Veranstalter noch nicht veröffentlicht, sie wird spätestens 1 Monat vor der Aufführung bekannt gegeben.
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