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Blütenträume
Lutz Hübner
Österreichische Erstaufführung
Drei Männer und vier Frauen wollen es noch einmal wissen und buchen in der Volkshochschule einen Flirtkurs. Zielgruppe: die Generation 55 . Ein professioneller Coach soll die bereits Geschiedenen oder Verwitweten dabei unterstützen, einen neuen Partner eine neue Partnerin fürs Leben zu finden. Voller Elan stürzen sie sich in erste Speeddating-Übungen und Flirtimprovisationen.
Pressestimmen:
”Blütenträume” nennt der 1964 geborene deutsche Autor Lutz Hübner sein Stück, in dem sich verzweifelte Senioren Tipps und Tricks für Kontaktaufnahme und Partnersuche erhoffen und doch auf sich und ihre Probleme zurückgeworfen werden.
Für die von Michael Gampe inszenierte Österreichische Erstaufführung gab es gestern, Donnerstag, reichlich Applaus.
Heribert Sasse gibt den eitlen pensionierten Schuldirektor, der die Prüfungen des Lebens mit betont jovialem Auftreten und aufgesetzter Lebensfreude zu bestehen hofft. Dietrich Siegl ist ein kommunikationsgestörter Automechaniker, dem Dackelfalten das eigene Gesicht zur Knautschzone gemacht haben und nicht nur das Getriebe ordentlich ins Stottern gekommen ist. Erich Schleyer gefällt als vom Aussteigertrip zurückgekehrter verträumter Tischler, der die Scharten seines eigenen Lebens gerne auswetzen würde. Marianne Nentwich rührt als Witwe, die die Kränkungen durch ihren nach langer Demenzerkrankung verstorbenen Gatten gerne vergessen würde. Tatja Seibt würde als unternehmungslustige Witwe gerne nicht weiterhin alleine trinken müssen. Bigi Fischer will als schnippisch-selbstbewusste Bibliothekarin eine neue Seite ihres Lebens aufschlagen, und Anna Franziska Srna ist als Immobilienmaklerin zwar viel jünger, aber auch viel unsicherer als alle anderen.
Dass sie alle resistent sind gegen jene Verkaufstechniken und Selbstvermarktungsstrategien, die ihnen im Kurs beigebracht werden sollen, ist vorhersehbar. Aber sie sind liebevolle Figuren voller Details von hohem Wiedererkennungswert. Und sie bieten einiges zu lachen. Größter Lacher des Abends: ”Ich trinke darauf, dass ich das erste Mal seit Jahrzehnten auf einem Fest bin, bei dem ich mit keinem einzigen Gast verwandt bin.” Für etwaige Verwirklichung eigener ”Blütenträume” gibt es übrigens eine Pause. 15 Minuten mögliches Speed-Dating. Nicht der beste, aber jedenfalls ein möglicher Gesprächsanfang: ”Und, wie gefällt es Ihnen?” (APA)
Dates:
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