 

|
 |
‹Das fliegende Kind›
Roland Schimmelpfennig
im Anschluss Publikumsgespräch
Roland Schimmelpfennig, einer der meistgespielten Gegenwartsdramatiker, durchleuchtet mit komplexen und sprachgewaltigen Texten soziale und zwischenmenschliche Zustände. Nach „Der goldene Drache“ und „Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes“ hat er seinen neuesten Theatertext wieder selbst im Akademietheater inszeniert.
Ein Kind ist tot, überfahren auf offener Straße, dem „schmalen Grat zwischen dem Himmel und der Hölle“. Zurück bleibt nichts als ein Stiefel im Rinnstein. Roland Schimmelpfennigs Stück erzählt von einem unaussprechlichen Verlust. Es spricht zu uns direkt aus der Hölle. „Das fliegende Kind“ ist ein poetisches Requiem, in dem die Großstadt mit ihren hochmodernen Fahrzeugen, Fernsehtürmen und Leuchtreklamen als finsterer Moloch erscheint, den der Text – buchstäblich – von unten erforscht. Selbst Kinderlieder und Laternenumzüge haben in dieser Welt plötzlich etwas sehr Gespenstisches an sich. Der Untergrund der Metropole wabert.
„Das fliegende Kind“ ist ein Nachtstück über den Untergang und eine – kaum mehr vorstellbare – Zukunft. Es entfaltet einen tunnelhaften Sog ins Nichts, es ist wie „ein Wagen ohne Licht“, „schwer, gewaltig, riesig, lautlos“. Seine bittere, unerwartete Schlusspointe gleicht einer Totenglocke, die noch lange nachhallen wird.
Dates:
|  |