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PROGRAMM:
ANTON RUBINSTEIN • Ouvertüre zu Antonius und Kleopatra op. 116
RODION SCHTSCHEDRIN • Auftragswerk der Salzburger Pfingstfestspiele
CHARLES GOUNOD • Ballettmusik aus der Oper Faust (1868)
SERGEJ PROKOFJEW • Bühnenmusik zu Ägyptische Nächte (1934)
JULES MASSENET • Méditation und Arie ”Dis-moi que je suis belle” aus der Oper Thaïs (1894)
INTERPRETEN:
Valery Gergiev, Musikalische Leitung
Anna Netrebko, Sopran
Chulpan Khamatova, Rezitation (Cleopatra)
Jewgeni Mironow, Rezitation (Enobarbus Antony)
Orchester des Mariinski-Theaters, St. Petersburg
ZUR PRODUKTION:
Die „Kleopatra“-Rezeption in Russland dreht sich um zwei hauptsächliche Angelpunkte – das Schauspiel von Shakespeare (dessen bedeutendster russischer Übersetzer Boris Pasternak war) sowie ein orientalisches Gedicht, welches Alexander Puschkin in seine Erzählung Ägyptische Nächte eingebettet hat. In sinnlichen, aber auch kalten Worten beschreibt Puschkin, wie Kleopatra bei einem opulenten Bankett, der ständigen Werbungen müde, drei Männern jeweils eine Nacht verspricht, die diese mit ihrem Leben bezahlen. Durch diese Tat befreit sich Kleopatra aus der Rolle des Opfers männlicher Lustfantasien und dreht gleichsam in einem feministischen Akt die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern auf dramatische Weise um. Die beiden literarischen Vorlagen, insbesondere Kleopatras Sterbeszene nach Shakespeare, aber auch das Gedicht Puschkins, werden hier in musikalischem Gewand vorgestellt, wobei in Sergej Prokofjews selten aufgeführter Schauspielmusik von 1934 der Text als Melodram rezitiert wird.
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