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SEIN ODER NICHTSEIN
26.05.2012 - 29.06.2012 : Kammerspiele Wien

Sein oder Nichtsein
Nick Whitby
Österreichische Erstaufführung

Nach dem gleichnamigen Film von Ernst Lubitsch
Drehbuch von Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel

Ernst Lubitsch (1892–1947) gilt als einer der großen Wegbereiter des populären Kinos. Der legendäre „Lubitsch touch“ ist nach wie vor unerreicht. Dieses Markenzeichen seiner mitunter frivolen Gesellschaftskomödien bestand darin, nicht alle Details der Handlung zu zeigen, sondern es dem Zuschauer zu überlassen, die Handlung zu vervollständigen. Im damals sittenstrengen Amerika mit seinen scharfen Zensurbestimmungen vermochte Lubitsch auf diese Art durchaus gewagte Situationen und Doppeldeutigkeiten in die Handlung zu integrieren, ohne dabei ins Schlüpfrige oder Vulgäre abzurutschen.
1942 drehte Lubitsch in Amerika Sein oder Nichtsein, einen seiner bekanntesten Filme, eine Nazi-Farce mit abgründiger Leichtigkeit und längst Legende. Die entschiedene Abrechung mit nationalsozialistischer Ideologie verbindet mutig und intelligent Komik mit Grauen.
Der Film wurde nach seinem Erscheinen erst mit Missfallen aufgenommen und löste ziemliche Kontroversen aus, weil er den Nationalsozialismus scheinbar zu leichtfertig behandelte. Ihm wurde vorgeworfen, sich über das Leiden der Polen lustig zu machen.
Zeigte er doch eine polnischeTheatergruppe im besetzten Warschau und ihre heiterkeitserregende Konfrontation mit Hitlers Gestapo. Ernst Lubitsch schrieb daraufhin einen Artikel in der NewYorkTimes, in dem er Folgendes festhielt: „Ich gebe zu, dass ich nicht die Methoden gebraucht habe, die man normalerweise verwendet, wenn man Nazi-Terror darstellen will. Keine Folterkammer wird gefilmt, keine Prügel werden gezeigt, keine Nahaufnahmen von Nazis, die mit den Augen rollen und Spaß dabei haben, ihre Peitschen zu schwingen. Meine Nazis sind anders, sie haben diese Phase schon lang hinter sich gelassen. Brutalität, Prügel und Folter sind zu ihrer täglichen Routine geworden. Sie reden darüber in der gleichen Art und Weise, wie ein Verkäufer über seine Ware reden würde. Ihre Witze spielen sich in Konzentrationslagern ab, ihr Humor speist sich aus dem Leid ihrer Opfer.“
Doch Sein oder Nichtsein ist nicht nur eine Satire, sondern auch ein Hohelied auf den unbezwingbaren Mut und Humor der Menschen im Angesicht des Unglücks.

Termine:

Mai 2012:   

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Juni 2012:   

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