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Eine Simpl-Revue von Michael Niavarani und Albert Schmidleitner
Mit: Ines Hengl-Pirker, Alexandra Schmid, Ciro de Luca, Thomas Smolej und
Ernst G. Vokurek
Und als Gast: Michael A. Mohapp
Conference: Ciro de Luca
Regie: Roman Frankl
Choreographie: Cedric Lee Bradley
Musikalische Leitung: Erwin Bader
Kostüme: Gaby Rajtora
Ein Pointen-Feuerwerk für das „größenwahnsinnig gewordene Nudelbrett“
1912 ist im Annoncenteil der Zeitungen zu lesen: ”Bierkabaret Simplicissimus eröffnet am 25. Oktober!” - zunächst nicht in der Rubrik ”Theater” sondern unter ”Gaststätten”. Zwölf Sensationen und beste Qualität in der Küche werden angepriesen. Ein buntes Programm in dichter Abfolge: Rezitationen, Conferencen, Klavierimprovisationen, Schnellzeichner, Operettenschlager, Artisten, Chansons und vieles mehr.
Egon Dorn, geboren in Galizien und in München zum Schauspieler ausgebildet, ist der Begründer dieser Unterhaltungsstätte.
Die Rechnung geht auf. Diverse Kinderkrankheiten und Existenzkrisen können dem „SIMPL“ , wie er nunmehr liebevoll genannt wird, ebenso wenig anhaben wie zwei Weltkriege.
Bereits 1972 anlässlich des 60. Geburtstages wird er vom bekannten Kabaretthistoriker Rudolf Weys in die Reihe der Wiener Wahrzeichen aufgenommen und ist schon damals das älteste deutschsprachige Kabarett, das noch immer bespielt wird.
Vor allem zwei Namen sind unverbrüchlich mit der ersten Hälfte der nunmehr 100 jährigen Geschichte verbunden: Fritz Grünbaum und Karl Farkas. Der eine als brillanter Conferenciere, der andere als Blitzdichter engagiert, gelten sie, wenn nicht als Erfinder, so doch als Vollender der Doppelconference. Farkas erklärt seinem Partner auf der Bühne: „Das Wesen der Doppelconference besteht darin, dass man einen äußerst intelligenten, gutaussehenden Mann nehme – das bin ich – und einen zweiten, also den Blöden, dazustellt. Das bist, nach allen Regeln der menschlichen Physiognomie, natürlich du!“ Grünbaum wird im KZ Dachau ermordet, Farkas kann rechtzeitig ins Ausland fliehen und kehrt nach dem Krieg zurück. Bis zu seinem Tod 1971 ist er Autor, künstlerischer Leiter, Regisseur und Hauptdarsteller des Kabarett Simpl und damit auch die unangefochtene Nummer 1 des Wiener Kabaretts.
Ein Nachfolger kann es da nur schwer haben. Doch 1974 nimmt Martin Flossmann die Herausforderung an und feiert einen Erfolg nach dem anderen. Durch 19 Spielsaisonen pflegt er mit eigenem Ensemble das bis heute prägende Genre der kabarettistischen Revue. Mit seinen geschliffenen und blitzgescheiten Conferencen begeistert er in den 70er und 80er Jahren stets ausverkaufte Häuser. 1993 verabschiedet sich Flossmann vom Simpl mit der Revue „Bulli packt aus“.
Flossmanns langjähriger Geschäftsführer Albert Schmidleitner übernimmt das Haus und holt sich den 24 jährigen Michael Niavarani als künstlerischen Leiter. Der begräbt seinen Traum, der „jüngste Hamlet“ zu werden und ist der jüngste Simpl-Chef aller Zeiten. Seither bürgen die beiden als Autorenduo jedes Jahr aufs Neue für die verlässliche Qualität der SIMPL-Revue. Für die Vitalität des Bulli spricht die aufwändige Renovierung im Sommer 2004. Seither verfügt der Simpl über 362 Zuschauerplätze und gilt als eines der schönsten Theater Wiens. Im Wesentlichen gleich geblieben ist dagegen seit Anbeginn die Größe der Bühne. Begrenzt von zwei wuchtigen unverrückbaren Säulen, auf denen ein mehrstöckiges Haus ruht, ist sie nie über das „größenwahnsinnig gewordene Nudelbrett“ (Karl Farkas) hinausgekommen. Vielleicht eines von vielen Erfolgsgeheimnissen.
Weitere hundert Jahre Simpl? Warum nicht? Aber, wie schon Karl Valentin wusste: „Prognosen sind sehr schwierig, ganz besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“
Mit der kabarettistischen Revue „100 Jahre Simpl“ möchten wir Sie einladen, das Jubiläum mit uns zu begehen: standesgemäß mit einem Pointen-Feuerwerk aus Vergangenheit und Gegenwart. Farkas hätte gesagt: Schau´n Sie sich das an!
Termine:
| September 2012: | | | | | |
| Oktober 2012: | | | | | |
| November 2012: | | | | | |
| Dezember 2012: | | | |
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