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Wozzeck
Alban Berg
„Er sieht immer so gehetzt aus, Wozzeck.“ Um seine Familie zu ernähren, lässt sich Wozzeck nicht nur vom Hauptmann schikanieren, sondern willigt auch in die medizinischen Experimente des Doktors ein. Für ein paar Münzen nimmt er gesundheitliche Schädigungen durch Mangelernährung ebenso in Kauf wie den andauernden Run zwischen den Arbeitgebern.
Wozzeck ist eine gehetzte, eine geschundene Kreatur, die niemals zur Ruhe kommt. Die perfekte Metapher für sein Inneres ist das freie Feld, auf dem er zu Beginn der Oper geradezu apokalyptische Visionen hat. Es ist Sinnbild für das Ungeschützte. Denn Wozzeck steht außerhalb der Gesellschaft. Er hat weder sozialen noch finanziellen Rückhalt und hetzt folglich durch die Szenen, getrieben von der größtmöglichen Unsicherheit. Für ihn beginnt das freie Feld unmittelbar vor der Wohnungstür. Und dahinter? Dort empfängt seine Marie den Tambourmajor.
Einmal der Eifersucht verfallen, ersticht Wozzeck Marie am Teich. Er selbst ertrinkt bei dem Versuch, sich vom Blut der Frau reinzuwaschen. Zurück bleibt das Kind.
Alban Berg hat mit seiner Oper ein Meisterwerk geschaffen. Seine Klage um die geschundene Kreatur impliziert die Frage nach den Grenzen der Zivilisation. Wie viel Leid muss erfahren werden, um zu solchen Grausamkeiten fähig zu sein? Marie besitzt noch das Sündenbewusstsein, das bei Wozzeck längst außer Kraft gesetzt ist: In anrührender Weise fleht sie in einem letzten Gebet um die Gnade Gottes – doch Wozzeck ist bereits zum Äußersten getrieben.
Die Musik Alban Bergs ist Musikdirektor Leo Hussain ein besonderes Anliegen, das er mit der schauspiel- und opernerfahrenen Regisseurin Amélie Niermeyer und ihrem Team angeht.
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