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scherzi
21.05.2026 | 20:00 | Theater Spielraum
norbert c. kaser aus Bruneck in Südtirol war ein ledig geborenes Kind und Vollwaise und bloß ein lästiger Bettgeher bei alten Tanten, von ihn keine adoptierte.
Aus seiner schwierigen Lebenssituation suchte er halt in der Religion, in der Poesie und im Alkohol. Nachdem er als Novize im Kapuzinerkloster seiner Heimatstadt Bruneck ausgetreten war der Kirche aus und der Partito Comunista Italiano bei. Er arbeitete er auch einige Jahre als Aushilfslehrer in Bergschulen und schrieb dann Schülerinnen und Schüler Fabeln oder Gedichte in deren Lesebücher, so schrieb er für die siebenjährige wendegard beikirchner ein Zyklus bestehend aus zehn \"scherzi\", also Gedichte von heiter bis dämonisch, schwirrend-schwebend, kraffvoll-rustikal, melancholisch und grotesk oder tragikomischer in der Schreibweise, wobei norbert c. kaser konsequent immer nur die Kleinschreibung verwendet.
Paul Flora und Hans Haider gehörten zu Förderern von kaser. norbet c. kaser starb im Alter von 31 Jahren an den Folgen einer Leberzirrhose, am 21. August 1978.
Diese \"scherzi\" veranlassten den Komponisten Anton Prestele anfang der 1980er Jahre dazu, aus diesen der musikalischen Form des \"Scherzo\" nachempfundenen Gedichten einer Liederzyklus zu komponieren, der nun als visuelles Musiktheater in bilingualer Inszenierung in Österreichischer Gebärdensprache und Deutscher Lautsprache mit dem inklusiven Gebärdensprachchor der MS 5 Klagenfurt-Wölfnitz zur Uraufführung kommt
