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Der Fremde - Albert Camus
31.03.2026 - 07.05.2026 | Kammerspiele Salzburg
„Der nach Sinn strebende Mensch muss sich in einer sinnlosen Welt fremd fühlen.“ – Albert Camus
Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zu einer literarischen Sensation und entwickelte sich zu einem der meistgedruckten französischen Romane des 20. Jahrhunderts. Das Werk bedeutete den schriftstellerischen Durchbruch für
Albert Camus und gilt heute als einer der Haupttexte des Existentialismus.
„Heute ist Mama gestorben. Oder vielleicht gestern, ich weiß es nicht.“ – mit diesen Worten eröffnet Camus‘ Held Meursault seine Geschichte, wortkarg und ohne Emotion. Nach Totenwache und Beerdigung auf dem Land nimmt Meursault seinen unaufgeregten Alltag in Algier wieder auf. Details seiner Umgebung nimmt er wahr, ohne Stellung zu nehmen – sei es zu Gewalt und Ungerechtigkeit oder zu Liebe und Verbundenheit. Ein Angebot, beruflich in Paris Karriere zu machen, reizt ihn nicht, er ist zufrieden, wenn sein Alltag weiterhin wie gewohnt verläuft. Sein Nachbar, Raymond Sintès, zieht den Emotionslosen in eine Rachegeschichte mit einer ehemaligen Geliebten hinein. Als Meursault vom Glanz der Sonne auf der Messerklinge eines Angreifers geblendet wird, greift er zur Waffe und tötet den Gegner mit einem Schuss. „Ich begriff, dass ich das Gleichgewicht des Tages, das ungewöhnliche Schweigen des Strandes zerstört hatte, an dem ich glücklich gewesen war.“ Camus‘ Werk enthält in der schonungslosen Darstellung der Gleichgültigkeit ein Plädoyer für die Mitmenschlichkeit.
Albert Camus (1913–1960) gilt als einer der bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Während des Zweiten Weltkrieges war er die intellektuelle Leitfigur der französischen Résistance gegen die deutsche Besatzung. Seine publizistische Tätigkeit ist stark von der Philosophie des Existenzialismus geprägt. 1957 wurde Camus für sein Lebenswerk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. 1960 starb er bei einem Autounfall.
Murat Dikenci arbeitet seit 2007 als Regisseur, Dramaturg, Kurator, Autor und Schauspieler an nationalen und internationalen Projekten. Er verbindet als Regisseur (u. a. am Schauspiel Hannover, Schauspiel Dortmund, Maxim Gorki Theater) literarische Stoffe mit einer politisch-poetischen Ästhetik. Mit seinem selbst verfassten Theaterstück „Die Gerächten“, inspiriert von Albert Camus’ philosophischer Tradition des Existentialismus, wurde er zum Radikal jung-Festival 2024 eingeladen. Seit der Spielzeit 2023/2024 leitet und kuratiert er das STUDIO Я am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. „Der Fremde“ ist seine erste Regiearbeit am Salzburger Landestheater.
Programm
Der Fremde
Albert Camus
Bühnenfassung von Murat Dikenci
Ort
Das Salzburger Landestheater ist die führende und prägende Institution für darstellende Künste in Stadt und Land Salzburg. Unter dem Dach des Theaters arbeiten Oper, Schauspiel, Ballett und die Jugendsparte „Junges Land“ als vier lebendige und profilierte Sparten zusammen. Das Theater spielt pro Saison, die von September bis Juni reicht, etwa 375 Aufführungen.
Das Stammhaus des Landestheaters liegt am Mirabellgarten und verfügt über 707 Plätze. Insgesamt präsentiert das Landestheater etwa 25 Neuproduktionen pro Spielzeit. Neben modernen und zeitgenössischen Produktionen wird dabei in allen Sparten auch das klassische Repertoire gepflegt.
Im Jahr 1775 ließ Fürsterzbischof Colloredo anstelle des 1625 errichteten Ballhauses ein „Fürsterzbischöfliches Hoftheater“ erbauen. Das Gebäude wurde feierlich mit Christian Heinrich Schmids „Die Gunst des Fürsten“ eröffnet und schon bald wurden – der Aufklärung verpflichtet – Schillers Dramen aufgeführt. Emmanuel Schikaneder war einige Jahre als Direktor des Hoftheaters verpflichtet und lernte dort die Familie Mozart kennen, die regelmäßig in seine Loge eingeladen wurde. Musik erklang in diesem Haus erstmals 1776. Im Jahre 1784 begann mit der Oper „Die Entführung aus dem Serail“ eine kontinuierliche Pflege des Mozart-Repertoires.
Das heutige Theatergebäude entstand 1892/93 und wurde von dem Architektenduo Fellner & Helmer konzipiert. Die Wiener Architekten gehörten seinerzeit zu den erfolgreichsten Konstrukteuren moderner Theaterbauten, was auch durch ihre Erfindung des „Eisernen Vorhangs“ (Feuerschutzvorhang zwischen Saal und Bühne) begünstigt wurde. Sowohl Publikum als auch Künstler nahmen das Theatergebäude in seiner neobarocken Architektur mit den drei Ebenen Parkett, Logenrang und Balkon als besonders gelungen an, das gut für die Erfordernisse von Oper, Schauspiel und Ballett geeignet war. Das Gebäude wurde am 1. Oktober 1893 mit der Ouvertüre von Mozarts „La clemenza di Tito“ feierlich eröffnet. In eben jener Spielzeit war Max Reinhardt als Schauspieler im Anfängerengagement verpflichtet. Mit den Erfahrungen, die er am Salzburger Landestheater gesammelt hatte, zog er nach Berlin, um dann 1925 gemeinsam mit Hugo von Hoffmansthal und Richard Strauss die Salzburger Festspiele zu gründen. 1944 wird das Salzburger Landestheater kriegsbedingt geschlossen und 1945 von den Amerikanern adaptiert. Neben der Hauptbühne erhielt das Theater im Oktober 1971 mit den „Kammerspielen“ im ehemaligen Mirabellcasino eine klassische Studiobühne, die seitdem für diverse Formate von gegenwärtiger und klassischer Dramatik genutzt wird.
Termine März 2026
Termine April 2026
Termine Mai 2026
Salzburg, Kammerspiele Salzburg Weitere Veranstaltungen im Spielort
Adresse: Schwarzstraße 22
5020 Salzburg
Österreich
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