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L ORFEO
25.10.2026 - 03.11.2026 | Wiener Staatsoper
Was macht Claudio Monteverdis 1607 am oberitalienischen Hof zu Mantua uraufgeführte Favola d’Orfeo (Legende von Orpheus) zur ersten Oper? Natürlich gab es vereinzelte Vorläufer. Doch in diesem Werk ist es erstmals die Musik selbst, die nicht nur als Allegorie im Prolog sinnbildlich das Wort ergreift, sondern das gesamte szenische Geschehen kongenial durchwirkt. Die Orpheus-Dichtungen der Antike und Renaissance hatten den mythischen Sänger, der die ganze Natur zu bezaubern und selbst die Unterwelt zu erweichen wusste, eher als virtuosen Meister der Beredsamkeit denn als Musiker interpretiert. Erst Monteverdi lud zu einer Feier der durch die Errungenschaften des neuen »darstellenden Stils« (stile rappresentativo) entfesselten musikalischen Triebkräfte. Vielstimmige, tänzerisch beschwingte oder feierlich gemessene Chöre und ein reich besetzter instrumentaler Apparat rahmen Monteverdis klingende Wort- und Affektausdeutung, die uns bis heute mit unverminderter Frische und Empfindungstiefe berührt. Nach himmelhochjauchzenden Hochzeitsvorbereitungen, die durch die Nachricht vom Tod der Braut Eurydike, die durch einen Schlangenbiss verstarb, jäh unterbrochen werden, durchmessen wir mit dem verwaisten Orpheus Abgründe der Trauer und Verzweiflung und begleiten ihn auf seinem Weg in die Unterwelt. Nachdem er »jede Hoffnung hat fahren lassen« stimmt er einen Gesang an, der alle Register verinnerlichter Empfindung und hochvirtuoser Entäußerung zieht. Paradoxer Weise führt uns aber dieses Herzstück der Oper nicht nur die Macht, sondern auch die Ohnmacht des Gesanges vor Augen: Charon, der Fährmann, bleibt diesem beschwörenden Bittgesang gegenüber taub und verweigert die Überfahrt ins Totenreich. Nur der Umstand, dass er in Schlaf fällt, ermöglicht es Orpheus, sich ganz unheroisch dort einzuschleichen. Und es ist auch nicht Orpheus’ Gesang unmittelbar, sondern erst die Fürbitte von Plutos Frau, die den Totengott veranlasst, in die Rückgabe Eurydikes einzuwilligen. Diese geschieht zudem unter einer Bedingung, die dazu führt, dass Orpheus sie ein zweites Mal verlieren wird. Triumph und Elend der Kunst sind der Gattung Oper somit seit ihrem Ursprung eingeschrieben:»Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern« (Beckett). Regisseur Tom Morris lädt alle Besucher zu einer Hochzeitsparty, die er als zeitgenössische Entsprechung zum höfischen Fest als Rahmen für seine Inszenierung gewählt hat.
WICHTIG: Die definitiven Beginnzeiten für Termine ohne Zeitangabe sind von der Wiener Staatsoper noch nicht veröffentlicht, sie werden spätestens ein Monat vor der Aufführung bekannt gegeben und auf unserer Homepage veröffentlicht. Die Auskunft über Beginnzeiten für diese Veranstaltungen erfolgt auf alleiniger Verantwortung des Benutzers.
Mehrsprachige Untertitel an jedem Platz im Zuschauerraum. An jedem Sitz- und Stehplatz in der Wiener Staatsoper können Sie während der Vorstellung deutsche oder englische Untertitel mitlesen. Bitte schalten Sie den Monitor mit dem Druckknopf ein und wählen Sie die gewünschte Sprache.
Programm
L'Orfeo
Musik: Claudio Monteverdi
Text: Alessandro Striggio
→ Favola in musica in fünf Akten und einem Prolog
Ort
Wiener Staatsoper – Weltberühmte Bühne für Oper und Ballett im Herzen Wiens
Die Wiener Staatsoper zählt zu den bedeutendsten Opernhäusern der Welt und ist ein kulturelles Wahrzeichen Österreichs. Direkt im Zentrum Wiens gelegen, am berühmten Ring, begeistert sie mit hochkarätigen Opernproduktionen, internationalen Stars und einem renommierten Ballettensemble.
Seit ihrer feierlichen Eröffnung im Jahr 1869 steht die Wiener Staatsoper für musikalische Perfektion, künstlerische Exzellenz und ein umfangreiches Repertoire von Opernklassikern bis hin zu zeitgenössischen Werken. Pro Saison bietet die Staatsoper mehr als 300 Vorstellungen, darunter weltbekannte Opern wie Mozarts „Die Zauberflöte“, Verdis „La Traviata“ oder Puccinis „Tosca“.
Neben ihren herausragenden Operninszenierungen ist die Staatsoper auch die Heimat des weltberühmten Wiener Staatsballetts, das mit klassischem und modernem Tanz begeistert. Das jährlich stattfindende Wiener Opernball-Event ist ein gesellschaftliches Highlight mit internationaler Ausstrahlung.
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
U-Bahn:
- Linien U1, U2, U4 – Station Karlsplatz, direkter Zugang
Straßenbahn:
- Linien 1, 2, D, 62, 71 – Haltestelle Oper/Karlsplatz
Bus:
- Linie 59A – Haltestelle Oper
Die zentrale Lage an der Wiener Ringstraße ermöglicht eine unkomplizierte und komfortable Anreise.
Wiener Staatsoper – Ein Symbol für Wiener Kultur und musikalische Weltklasse
Als eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt ist die Wiener Staatsoper ein unverzichtbares Ziel für Opernliebhaber, Musikfans und Besucher, die das kulturelle Herz Wiens entdecken möchten.
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Wien, Wiener Staatsoper Weitere Veranstaltungen im Spielort
Adresse: Opernring 2
1010 Wien
Österreich
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